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Geschichte

Aus der Geschichte des Männergesangverein Rinkerode von 1885



Gruppenbild nach 21 Jahren mit den Gründungsmitgliedern Anton Tombrink, Heinrich Bäumer, August Oberkötter und Heinrich Schemmelmann

"Der Gesangverein sucht einerseit den kirchlichen Gesang zu heben, andererseits das deutsche Lied nach Kräften zu pflegen. Die Hebung des kirchlichen Gesanges ist Hauptzweck"

Diese Aufgabe stellten sich einige einfache, schlichte Bürger und Bauern in $1 ihrer satzung, als sie im November des Jahres 1884 den Männer-Gesang-Verein Rinkerode aus der Taufe hoben.

Kleiner als heute war damals die stille, verträumte Landgemeinde Rinkeorde am Eingang des Waldgebietes der Davert. Klein war auch die Schar derer, die in Rinkerode den Männer-Gesangverein gründeten.

Bei der Gründung Anfang 1885 betruf die Zahl der aktiven Sänger 21 und die Zahl der inaktiven Mitgleider 8. Diese wollten in der Pflege von Lied und Gesang für sich und alle, die sich zu ihnen gesellten, Entspannung, Erholung und seelische Bereicherung suchen.

Aber es gin ihnen, diesen tief gläubigen Menschen, darüber hinaus um etwas anderes. Es ging ihnen darum, alles daran zu setzen, den Kirchengesang in ihrer altehrwürdigen Dorfkirche zu heben und an den Hochfesten der Kirche den Gottesdienst zu bereichern und zu verschönern. 

Und das hat der Verein Jahrzehnte hindurch mit großen Erfolgen und mit beachtenswerten Leistungen vollbracht. Und dafür gebührt ihm der besondere Dank und die besondere Anerkennung der ganzen Gemeinde an seinem 100. Geburtstag.

Da die vorhandene Chronik des Vereins nur lückenhaft bis in das Jahr 1897 zurückreicht, sind die Namen seiner Gründer nur unvollständig feststellbar. 

Zu den Gründern bzw. Mitbegründern des Vereins können gezählt werden:

An erster Stelle Anton Tombrink, der als Lehrer und später als Hauptlehrer in Rinkerode tätig war und bis 1921 den Verein als Dirigent geführt und geformt hat. 

Ihm zur Seite standen neben Pfarrer Kellerwessel als Präses und Vikar Stroetmann als stellv. Präses, die satzungsgemäß geborene Vorstandsmitglieder waren, Heinrich Bäumer gnt. Daverthüser, Bernhard und Joseph Deventer, Josefph Klüsener, Joseph Krurup, Bernahrd Lechtermann, Anton Lohmann, August Oberkötter, Heinrich Schemmelman, Bernhard Schlering, Joseph Schweins und Heinrich Vieth.

Als Förderer und Ehrenmitglieder haben A. und H. Bösendorf, H. Everding, Th. Lütke-Wöstmann, A. Schemmelmann und B. Störmann die Gründungsphase und ersten Jahre des Vereins mitgetragen.

1905 verzeichnete der Verein im 20. Jahr seines Bestehens 22 aktive Sänger und 30 inaktive Mitglieder (Ehrenmitglieder). Es darf angenommen werden, dass dieser Bestand von rd. 50 Mitgliedern auch in den voraufgegangenen Jahren zu verzeichnen war. 

Bis heute hat es der Verein als seine vornehmste Aufgabe angesehen, neben der Pflege des weltlichen Gesanges und des deutschen Liedes den Gottesdienst in der altehrwürdigen Dorfkirche an hohen Festtagen und bei besonderen Anlässen durch mehrstimmigen Gesang zu verschönern. 

Seit Bestehen des Vereins wurde die stille Winterzeit um Weihnachten und Neujahr benutzt, um neben den üblichen Gesangsdarbietungen der ganzen Gemeinde mit Theaterstücken (überwiegend in Plattdeutsch) unterhaltsame und lustige Stunden zu bereiten. 

Der finanzielle Reinerlös dieser Aufführungen wurde durchweg kirchlichen und caritativen Zwecken zugewandt. 

Ausdruck dieses Willens war das aus Anlass des 35-jährigen Bestehens des MGV in Rinkerode veranstaltete Sängerfest im Jahre 1920, an dem 23 auswärtige Vereine sich beteiligten.

Es war eines der Hochfeste des Männer-Gesangvereins in seiner 100-jährigen Geschichte. Um seine Planung und um sein großartiges Gelingen hat sich der damalige Vorstand des Vereins besonders verdeint gemacht. Diesem gehörten an als 1. Vorsitzender Heinrich Augustin, als 2. Vorsitzender Arnold Westhoff, als Schriftführer Johannes Albrecht, als Kassenführer Heinrich Bäumer, gnt. Daverthüser, als Bücherwart Theodor Hemkemeyer und als Beisitzer Heinrich Bolle und August Dartmann.

Ihre Namen sollten nicht vergessen werden.

Das 40-jährige Stiftungsfest im Jahre 1925 wurde mit der Weihe der heutigen Fahne des MGV verbunden. An diesem Fest nahmen 10 befreundete Gastvereine teil. 

Das 50-jährige Jubelfest des Vereins im Jahre 1935 war der weit über den Rahmen interner Vereinstätigkeit hinausragende Ausdruck seines auch unter völlig anderer Zeitverhältnissen fruchtbaren Wirkens für Kirche und Volk im Raum der Gemeinde.
Verbunden wurde dieses Jubelfest mit dem Cäcilienfest des Dekanates Telgte, wodurch wiederum 8 auswärtige Chöre nach Rinkerode geführt wurden

An 13 Sängerfesten der engeren und weiteren Heimat beteiligte sich der Verein in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Dadurch schon wird der Aufschwung und das Wachstum des Vereins in diesen Jahren bezeugt. Er selbst veranstaltete neben seinem üblichen Wirken mehrere Konzerte mit guten Erfolgen.

Die Zahl der aktiven Mitgleider schwankte in den Jahren bis 1939 immer zwichen 20 und 35 und die Zahl der inaktiven Mitbleider um ca. 30.

Der 2. Weltkrieg wirkte sich lähmend auf die Vereinsarbeit aus, die fast völlig zum Stillstand kam. 

Aber bereits im Oktober 1945 fanden sich 18 Mitglieder wieder zur ersten Gesangsstunde nach dem Kriege ein. 

Der Verein nahm von nun an einen raschen Aufschwung, zumal in dem damaligen Studienassessor und nachmaligen Professor der Päd. Hochschule Münster, Alfons Everding, ein Chorleiter gewonnen werden konnte, der die gesanglichen Leistungen sehr bald auf ein beachtliches Niveau bringen konnte.

Im Jahre 1946 bildete der Männer-Gesangverein, wie bereits in den Jahren 1933-1939 mit dem damaligen Jungfrauenchor, eine Arbeitsgemeinschaft mit dem neu ins Leben gerufenen Damenchor Rinkerode. Von nun an traten beide Chöre gerade im kirchlichen Bereich als gemischter Chor auf, bis im Jahre 1953 ein eigener Kirchenchor in Rinkerode gebildet wurde, der diese vom MGV durch ein Menschenalter hindurch geleistete Aufgabe für gut 10 Jahre bis zu seiner Auflösung Mitte der 60er Jahre übernahm.

Die enge Verbundenheit zwischen dem Männer-Gesangverein und dem Damenchor (ab 1954 Frauenchor Rinkerode) bewährte sich auch in all den folgenden Jahren bis zum heutigen Tage, ganz gleich, ob es sich nun um den gemeinsamen Kirchengesang oder um die großen öffentlichen Konzerte in den letzten 35 Jahren handelt. 

Gerade diese großen öffentlichen Konzerte geben Zeugnis von dem starken Aufschwung des Vereins, der für seine Volksliederabende, kirchenmusikalischen Feierstunden, Frühlings-, Sommer- und Herbstkonzerte sowie Adevents- und Weihnachtskonzerte in hohem Maße sich die Anerkennung und den Dank der Gemeinde erringen konnte. 

Neben diesen Auftritten hat der Verein seit dem Kriege an vielen Sängerfesten, Jubelfesten und Sängerwettstreiter teilgenommen und wertvolle Preise erringen können. 

Alle, die damaligen und heutigen Sänger, Freunde und Gönner des Vereins haben ihren Anteil an dem starken Aufschwung des Männer-Gesangvereins. Es wäre müßig, alle Sängerfeste, Sängerwettstreite und Konzerte aufzuführen, die der MGV durchgeführt und bei denen er seit dem Kriege in der engeren und weiteren Heimat mitgewirkt hat. 

Wie weit dieser Wirkungskreis reicht, ersieht man aus den Namen der gastgebenden Vereine bzw. Gemeinden: Albachten, Albersloh, Amelsbüren, Ascheberg, Appelhülsen, Drensteinfurt, Dortmund-Schwerte, Emsdetten, Greven, Havixbeck, Hiltrup, Kinderhaus, Mecklenbeck, Münster-Gremmendorf, Münster, Nienberge, Nottuln, Westbevern, Wolbeck u.a.

Dennoch sollten einige Erfolge und musikalishce Leckerbissen in Erinnerung gerufen werden:

Bei Wettstreiten konnten u.a. folgende Preise errungen werden:

1960 in Plettenberg (Sauerland):
          2 x 1. Preis, 1 x 2. Preis, 1 x 3. Preis sowie Dirigentenpreis (Hans Stüer)

1961 in Lüdenscheid:
          3 x 1. Preis, 1 x 2. Preis sowie Dirigentenpreis (Hans Stüer)

1967 in Appelhülsen:
          1 x 1. Preis, 2 x 2. Preis.

Gemeinsam mit dem Frauenchor Rinkerode wurden in den letzten Jahren u.a. mit bekannten Operetten-Melodien und Musicals erfolgreiche Konzerte durchgeführt, wie z.B.

1967  eine konzertante Kurzfassung der Poerette "Der Zigeunerbaron"
1968  ein Potpourri bekannter Melodien aus dem Musical "My fair Lady"
1969  ein Potpourri der bekannten Melodien aus der Operette "Die Czardasfürstin"
1970  ein Kirchenkonzert von Peter Janssen mit geistlichen Beat-Jazz- und Spiritual-Rythmen
1970  ein Jagdkonzert unter Mitwirkung der Jagdhornbläsergruppe Davert-Hohe Ward
1971  die Uruafführung der "Storm-Kantate" von Gress
1972  die Aufführung der "Habanera" aus der Oper "Carmen"
1974  das Potpourri "Ein Abend bei Paul Lincke", das im Jahre 1975 im Kurgarten in Bad Rothenfelde auch die vielen Kurgäste begeisterte,
1976  Konzert im Kleinen Haus des Stadttheaters Münster zusammen mit dem MGV Heimatfriede Münster-Süd, dem Lippramsdorfer Kinderchor  
           und dem Frauenchor Rinkerode
1977  ein Potpourri bekannter Melodien aus der Operette "Glückliche Reise"
1978  ein Potpourri bekannter Melodien aus der Operette "Schwarzwaldmädel"
1980  ein Potpourri bekannter Melodien aus der Operette "Die Blume von Hawaii"

Höhepunkte in der Vereinsgeschichte des Männer-Gesangvereins bildeten nach dem 2. Weltkrieg das 75-jährige Jubiläum im Jahre 1960, an dem 13 Gastvereine teilnahmen, und der erste Auftritt im Rundfunk anlässlich der Lifesendung des WDR auf dem Weichnachtsmarkt im Innenhof des Rathauses in Münster zusammen mit dem Heeres-Musik-Korps 111 am 9. Dez. 1973.

Die Zahl der aktien Sänger stieg von 18 im Jahre 1946 auf 46 in den 50-iger Jahren und beträgt zurzeit 32. Die Zahl der inaktiven Mitglieder konnte auf knapp über 100 gesteigert werden. 

Auch wenn die Pflege des deutschen Liedes und des Chorgesanges die vornehmeste Aufgabe des Männer-Gesangvereins ist, so darf man doch nicht übersehen, dass inerhalb des Vereins auch Geselligkeit und Frohsinn gefördert werden, man denke nur an die schon erwähnten alljährlichen Ausflüge, an die unvergessenen Feste, Kaminabende und die früheren Theateraufführungen, die die Mitglieder und Einwohner von Rinkerode vereinten. 

Wahrlich ein Lebensweg wechselvoller Ereignisse sind diese 100 Jahre Männer-Gesangsverein Rinkerode, aber sie sind auch ein Weg rastlosen Wirkens im Dienste der Aufgaben des Vereins, in derer Vielseitigkeit sich ein Stück wervollen Lebens der Gemeinde Rinkerode durch 100 Jahre widerspiegelt.

Dass der Verein sich selbst und seiner guten Sache im Auf und Ab der Zeiten treu blieb, ist für ihn der beste Wegweiser in eine gesegnete Zukunft.
        


 

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Probenzeit von 20.00 - 21:30! Pfarrzentrum